Qualifizierter Nachwuchs ist immer gefragt

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„Qualifizierter Nachwuchs ist immer gefragt.“ Prof. Bernd-Jürgen Matt

Übergabe des Praktikantenamtes, die Frage nach einem geeigneten Praktikumsplatz und warum wir nicht in Sparten denken sollten.

Herr Prof. Hartmann, was erwarten Sie von ihrer neuen Aufgabe als Leiter des Praktikantenamtes?

Ich freue mich darauf, zum einen den Kontakt zu den Studierenden zu intensivieren und Feedback ihrer Praxiserfahrungen zu erhalten. Zum anderen erweitert sich der Branchenüberblick, der wiederum Eingang in die Ausrichtung unseres Studienganges findet.

Herr Prof. Matt, was würden Sie ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben?

Seit dem Wintersemester 2013/14 hat das Praktikantenamt des Studienganges Print-Media-Management mit Prof. Hartmann einen Leiter, der sowohl die Druckindustrie als auch die Anforderungen, die in den Betrieben an die Studierenden im Praxissemester gestellt werden, kennt. Ratschläge sind da gänzlich überflüssig. Ich bin mir ganz sicher, dass die sehr engen Beziehungen, die zu sehr vielen Unternehmen bestehen, weiterhin gepflegt werden. Zum Nutzen unserer Studentinnen und Studenten.

Herr Prof. Hartmann, haben Sie sich freiwillig dazu gemeldet, dass Amt zu übernehmen?

Die Aufgabenverteilung innerhalb des Studienganges erfolgt üblicherweise in enger Abstimmung und konstruktiver Diskussion zwischen den Kollegen und dem Dekan, wobei ich diese Aufgabe sehr gerne übernehme, um meine bestehenden Kontakte hier einzubringen.

Herr Prof. Matt, wie lange hatten Sie die Leitung des Praktikantenamtes inne?

Ich habe das Amt mit Beginn des Sommersemesters 1995 übernommen. Damals hieß der Studiengang noch Wirtschaftsingenieurwesen Druck. Seitdem sind 18 Jahre ins Land gegangen.

Herr Prof. Matt und Herr Prof. Hartmann, denken sie, dass es in Zukunft für Studenten schwieriger wird, passende Praktikumsplätze zu bekommen?

Prof. Hartmann: Nein, das erwarte ich trotz des hohen Drucks in der Branche nicht, da es in der Zukunft für die Betriebe zunehmend schwieriger werden wird, qualifizierten Nachwuchs zu bekommen. Daher gehe ich eher von einem steigenden Engagement aus.

Prof. Matt: Davon gehe ich auch nicht aus. Es gibt nach wie vor ein erfreulich großes Angebot an Praktikantenplätzen aus der Druckindustrie, Beratungsunternehmen und der Zulieferindustrie. Qualifizierte, interessierte Studierende mit Engagement und Einsatzwillen werden auch in Zukunft ihren Platz finden. In letzter Zeit war verstärkt zu beobachten, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bewerbungsverfahren deutliche Vorteile bringt. Ein weiteres Argument: Für viele Unternehmen ist der Weg über das Angebot eines Praxissemesters ein wichtiger Weg, auf der Suche nach qualifiziertem Führungsnachwuchs.

Kann man in der Druckindustrie einzelne Sparten als zukunftsweisend hervorheben? 

Prof. Hartmann: Hier einzelne Zweige hervorzuheben ist vor dem Hintergrund der Vielfalt unserer Betriebe und der Komplexität nicht seriös möglich. Vielmehr müssen die Geschäftsmodelle, die Ausrichtung der einzelnen Unternehmen, sowie die interne Organisation berücksichtigt werden.  Alle die sich innovativ, kundenorientiert und mit schlanken Prozessen zeigen, werden auch zukünftig erfolgreich sein.

Prof. Matt: Voll im Trend liegt sicher im Moment der Verpackungsdruck. Das ist nachvollziehbar, handelt es sich doch hier um Produkte, die nicht diversifiziert werden können. Aber der Erfolg ist nicht von der Sparte abhängig. Grundsätzlich bin ich der festen Überzeugung, dass Druckerzeugnisse aufgrund ihrer hohen Kommunikationsleistung, der Fähigkeit eines Werbeträgers bzw. eines Werbemittels, Kontakte mit Wirkungsrelevanz zu erzielen, ihren Platz im Medienmix behalten werden.

Der Erfolg hängt nicht primär vom Marktsegment ab. Wichtig ist, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.

Obwohl die Zahlen der Bewerbungen für den Studiengang PMM zurückgehen, ist er noch immer hoch angesehen, woran denken Sie liegt das?

Prof. Hartmann:Ich habe, seit ich an der HdM bin, viele Gespräche in Unternehmen und mit Verbandsvertretern genau zu diesem Thema geführt. Dabei ist sehr deutlich geworden, dass der Bedarf nach qualifizierten, motivierten  Fachkräften mit dem Profil des Studiengange PMM deutlich über unserem „Output“ liegt. Dadurch werden die Firmen gezwungen, Quereinsteiger einzustellen, denen sie dann das notwendige Fach-Know-How erst beibringen müssen. Daraus wird deutlich, dass die Zukunft unseres Studienganges gesichert ist.

Prof.  Matt: Ausweislich der offiziellen Statistik haben sich für das Wintersemester 2013/2014 ca. 100 junge Menschen auf knapp 30 Plätze beworben. Das ist nahe am Faktor 1:3. Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, den Studiengang im Bewusstsein potenzieller leistungsstarker Bewerber zu verankern. Fakt ist, dass auf die Absolventinnen und Absolventen sehr attraktive Arbeitsplätze in der Druck- und Medienindustrie warten, die hinsichtlich der Bezahlung keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Auch von der Zukunft des Studiengangs bin ich überzeugt. Die Branche braucht gerade in Zeiten des Wandels in der Mediennutzung gut ausgebildete, motivierte Nachwuchskräfte. 

Sie sagten, dass der Trend im Verpackungsdruck liegt, denken Sie, dass  die Studiengänge in Konkurrenz zueinander stehen, wenn es um die Karrieremöglichkeit geht?

Prof. Matt und Prof. Hartmann: Die Industrie kennt keinen Unterschied zwischen den Studiengängen. Es gibt Menschen mit Führungsverantwortung in der Druckindustrie, die haben etwas ganz anderes studiert, wie zum Beispiel Betriebswirtschaft oder Maschinenbau und mussten sich alle Druck relevanten Aufgaben erarbeiten. Genau für solche Positionen ist der Studiengang PMM ideal. Die Gewichtung von Wirtschaft und Technik ist hier genau richtig. Kostenrechnung und Kalkulation sollten genauso bekannt sein, wie das Prinzip des Druckverfahrens in dem Unternehmen, in dem man arbeitet. Der Gesamtüberblick von Druckvorstufe bis zur Druckweiterverarbeitung ist gefragt.

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview mit den Professoren Matt und Hartmann und nehmen mit, dass Erfolg nicht vom dem Produkt abhängt, welches gedruckt wird, sondern von der Herausforderung die einem die Branche gibt.