Druck + Form 2013

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Druck + Form 2013

Eineinhalb Jahre nach der Drupa 2012 gab die Druck + Form in Sinsheim einen ersten Überblick darüber, welche Drupa-Innovationen sich durchsetzen konnten. In dem gegenüber der Drupa eher  familiäreren Rahmen der Ausstellung in Sinsheim konnten Mitglieder des Redaktionsteams der PMMinsight bei einem Besuch der Messe jedoch beobachten, dass auch wieder Neuheiten vorgestellt wurden.

Die 19. Fachmesse für die grafische Industrie in Sinsheim bot verschiedenen Ausstellern der Bereiche Druckvorstufe, Druck, Druckweiterverarbeitung, Aus- und Weiterbildung, sowie Dienstleistungen die Möglichkeit sich dem interessierten Publikum zu präsentieren.

An den vier Messetagen fanden zudem auch noch verschiedene Workshops, Vorträge und eine sogenannte „Print Factory Tour“ statt, bei der ein Guide die Messebesucher am gesamten Workflow entlang führte, der von sechs verschiedenen Ausstellerfirmen abgebildet wurde. Mit der Möglichkeit ganzheitliche  Lösungsansätze zu präsentieren, traf die Druck + Form genau den Nerv der Zeit. Das Zusammenspiel der einzelnen Anbieter um am Ende ein Druckprodukt zu erhalten, ist beispielhaft für die aktuelle Situation in der Druckbranche. Synergie, also das Zusammenspiel der einzelnen Anbieter ist das Zauberwort, mit dem die Anbieter großer Erfolge erzielen. Nachdem die Teilnehmer der Print Factory Tour die Druckdaten aufbereitet hatten, wurde das Produkt gedruckt, veredelt und schließlich für den Versand vorbereitet. Am Ende der Tour konnte jeder sein persönliches Printprodukt in den Händen halten.

Das umfangreiche und kostenlose Weiterbildungsangebot der Druck + Form fand im Rahmen der „Print Factory Academy“ statt. Top-Referenten hielten Vorträge und leiteten Diskussionen, die sich hauptsächlich mit den Themen Netzwerke, IT-Solutions, Prozesse, Organisation und Umwelt auseinandersetzten. Ergänzend zu diesen Vorträgen, hatten die Besucher in der „Media Lounge“ nach den Vorträgen die Möglichkeit die Referenten persönlich kennen zu lernen und mit ihnen weiter ins Gespräch zu kommen. Auf diese Weise wurde die Messe zu einer lösungsorientierten und praxisnahen Veranstaltung, die jedem Fachbesucher die Möglichkeit gab, genau das an Informationen mitzunehmen, was er für die Zukunft seines Betriebes braucht (vgl.: Grafische Palette, Nr. 4/2013, S. G6: „Praxisnah und lösungsorientiert: Druck + Form 2013“).

Bei dem sehr heterogenen Ausstellerkreis fiel auf, dass Vorstufe und Druck selbst kaum repräsentiert waren. Einige wenige Aussteller, wie z.B. Wifac Graphia und Mitsubishi zeigten neuartige CtP-Systeme, die Druckplatten für Formate bis B1 belichten können. Außerdem stellte Mitsubishi einen Inkjet-Plattenbelichter vor, welcher ohne chemisches Auswaschen auskommt, wodurch die chemische Belastung der Umwelt durch die Vorstufe weiter gesenkt werden kann.

Im Bereich Druck gab es zwei besondere Highlights. Während Canon den Umkreis seines Messestandes mit den Druckprodukten aus seinem Großformatdrucker gepflastert hatte und so die Besucher zu seiner Ausstellungsfläche lockte, präsentierten Ricoh und Printdata vor allem Digitaldruckmaschinen, die inzwischen auch Großformate drucken können sowie verschiedene andere Materialien, wie zum Beispiel Holz oder Glas, bedrucken können.

In der Weiterverarbeitung boten die Aussteller der Druck + Form 2013 die größte Auswahl an. Gleich zu Anfang der Ausstellung fielen die metallisch glänzenden Folien der Firma Graphic Team auf. Ihr Angebot an Nachrüstungsmöglichkeiten für Offsetmaschinen bietet eine neue Möglichkeit der Kaltfolienveredelung. So können zum Beispiel metallische oder holografische Effekte in zwei Schritten direkt auf das fertige Printprodukt aufgetragen werden.

Weiterhin zeigten verschiedene Aussteller ihre Möglichkeiten zur Bindung und zum weiteren Finishing des Printproduktes. Verschiedene Faden- und Klebebinder zeigten zwar grundsätzlich keine neuen Innovationen, dennoch sind das Tempo, mit dem die Verarbeitung von statten geht, sowie die Gestaltungsmöglichkeiten beeindruckend. Die hohen Geschwindigkeiten ermöglichen es, auch kleinste Auflagen möglichst kostengünstig zu produzieren, bzw. zu binden. Bei den Bindesystemen sticht vor allem das neuartige Smartflat-Verfahren der Firma Palamides heraus. Mit diesem Verfahren kann eine Klebebindung hergestellt werden, die ein wesentlich flacheres Aufschlagverhalten zeigt, als bisherige Bindungen. Auch Laminiergeräte bis zur Großformatgröße waren oft vertreten, denn die Kundenanforderungen gehen immer mehr in Richtung einer Veredelung, die flexibel, schnell und qualitativ hochwertig ist. Auch für den Versand der Printprodukte wurden einige Lösungen vorgestellt.  Das Angebot umfasste beispielsweise Banderolierlösungen zum Versand auf Paletten, sowie auch Kuvertierapparate, die sämtliche Adressen vollautomatisch auf Umschläge drucken um danach nur noch befüllt und versendet zu werden. Hierbei ist das Format der Umschläge nebensächlich, von klein bis groß kann alles bedruckt werden.

Auch Firmen, die nicht direkt etwas mit dem Druckprozess zu tun haben präsentierten sich auf der Druck + Form 2013. So zum Beispiel verschiedene Papiergroßhändler, die die Neuheiten in ihrem Sortiment vorstellten. Die Firma „Finest Fog“ zeigte ihre Bestseller im Bereich Luftbefeuchtung und Wasseraufbereitung und demonstrierten diese so eindrucksvoll, dass der Stand konstant in einen leichten Wassernebel gehüllt war. Auch diverses Zubehör und Druckereibedarf wurde vorgestellt. Wie zum Beispiel Vliesstoffe und Reinigungstücher der Firma Kasper, die vor allem Reinigungsvliese für automatische Gummituchwaschanlagen zeigten.

Ein weiterer Eyecatcher waren verschiedene Systeme zur Etikettenherstellung, die es dem Kunden ermöglichen ohne großen Kostenaufwand selbst Etiketten zu designen und in geringer Stückzahl und komplizierter Größe preisgünstig selbst zu produzieren.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein Besuch der Druck + Form 2013 auf jeden Fall lohnenswert war. Die Druckindustrie ist eine auf die Zukunft ausgerichtete Branche in der immer wieder neue Lösungen für verschiedene Probleme gefunden werden. Auch konnte festgestellt werden, dass der Digitaldruck zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.