Print – der unterschätzte Werbeträger

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Print – der unterschätzte Werbeträger

Die Druckindustrie wird kleiner, dennoch  ist klar, dass Print  in der Welt der Elektronik und des schneller werdenden Wandels immer noch das Medium ist, das in Reichweite, Werbewirkung und Effizienz unerreicht ist.

Die Druckbranche kämpft um Aufträge, um Auflagen, um Preise und um ihren Ruf als werbewirksamer Träger. Doch kaum einer weiß, dass Print nach wie vor der größte Werbeträger Deutschlands ist. „Mit einem Anteil von 68 %  werden mehr als zwei Drittel des Netto-Werbevolumens, das 2012 18,42 Mrd. Euro betrug, in gedruckte Medien investiert. Das sind mehr als 12,5 Mrd. Euro.“ (Druck und Markt Heft 85/86, S. 2) Die von allen als  zukunftsweisend betitelte Onlinewerbung, kommt dagegen nur auf ein Volumen von rund 1 Mrd. Euro.

Nehmen wir das Beispiel Coca Cola. Das Unternehmen hat aktuell seinen Coca Cola Schriftzug von den Flaschen genommen, um diesen mit Namen, Kosenamen und Jugendbegriffen zu ersetzen. Diese Etiketten wurden alle neu gestaltet und bedruckt. Wer von den Nicht Cola Trinkern, hat nicht auch im Supermarkt vor dem Getränkeregal gestanden und hat nach seinem Namen Ausschau gehalten? Auch wenn kein Getränk gekauft worden ist, hat Coca Cola erreicht, was erreicht werden sollte. Aufmerksamkeit für die Marke.

Printwerbung wirkt und nicht nur auf Konsumprodukten, sondern auch in Zeitschriften, wie ein kleiner Exkurs in die Welt der Anzeigenwerbung zeigt.

39% der Betrachter einer Anzeige in einer Zeitschrift besuchen danach die Internetseite des Herstellers oder des Produktes. Angebote in Zeitschriften animieren dazu auf die jeweilige Website zu gehen. Diese Anzeigen bleiben länger im Gedächtnis, als eine kurz aufblinkende Werbung auf einer Internetseite. Werbung in Zeitschriften ist also nachhaltig, denn auch nach 10 Monaten sind 50% der Erinnerungsleistung vorhanden.

Zeitschriften haben noch einen weiteren Vorteil gegenüber anderen Medien: Sie können immer wieder genutzt werden. Verschwinden Spots oder Banner nach ihrem Erscheinen meistens sofort wieder, werden die Anzeigen im gedruckten Medium mehrfach betrachtet. Eine Zeitschrift wird öfter genutzt, aufgehoben, weitergereicht. Artikel und Anzeigen werden als Erinnerungsstütze herausgetrennt. Welches andere Medium kann dies leisten?

Print investiert viel in seine Wertbeständigkeit. Die Journalisten werden zu zwei Dritteln von den Printmedien bezahlt, denn die Inhaltliche Qualität einer Zeitschrift ist ein wichtiger Faktor für ihren Erfolg am Markt und die Wertschätzung der Leser.

35 Prozent der Internetnutzer geben an, dass ihnen die Internetwerbung Anregungen liefert. Bei Zeitschriften sind es 53 Prozent. Eine gut gemachte Werbeanzeige liefert oft erst den Anreiz etwas haben zu wollen, obwohl der Wunsch vorher nicht da war. Eine Hochglanz Anzeige in einer Auflagenstarken Zeitschrift, z.B. Brigitte oder Stern, die noch auf einem dickeren Papier als der Rest gedruckt wird, fällt nicht nur ins Auge, sondern wird auch beim ersten durchblättern wahrgenommen und aufgeschlagen. Welche Frau oder welcher Mann wird nicht dazu verführt, die neue Gesichtscreme einer bekannten Kosmetikfirma zu testen oder den neusten Wagen des Konzerns mit dem Stern Probe zu fahren?

Die Reichweite einer Publikumszeitschrift ist unerreicht. Kein anderes Medium schafft es in Deutschland dies zu erlangen. Der Spiegel ist, mit einer Auflage von 878.954 Stück im zweiten Quartal 2013, eine der Auflagenstärksten Zeitschriften. Je mehr erreicht werden, umso universeller kann Werbung eingesetzt werden. Print ist die Nummer 1 in der strategischen Mediaplanung.

Quelle:

Druck Markt Heft 85/86 August 2013
http://bit.ly/HwpH6F
VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V.
http://bit.ly/16T96zX
http://bit.ly/1iKxfOh