Gedruckte Sicherheit

You are here

Gedruckte Sicherheit

Wer etwas herstellt, will es vor Produktpiraterie schützen, so gut er kann. Dabei spielen die heutigen Druckverfahren eine entscheidende Rolle. Mit Mikroschrift, Hologrammen und RFID-Chips werden nicht nur Produkte vor Fälschungen und Diebstahl geschützt, sondern sie machen auch unsere Geldscheine einzigartig und wertvoll.

Die Schutzmaßnahmen im Sicherheitsdruck können in drei Level eingeteilt werden. In der ersten Stufe können die Sicherheitsmaßnahmen mit bloßem Auge erfasst und erkannt werden. In diese Kategorie gehört zum Beispiel die Mikroschrift. Sie ist visuell kaum als Text erkennbar, sollte jedoch eine Lupe zum Lesen verwendet werden müssen, zählt es bereits zu Level zwei.

Zwei Fliegen mit einer Klappe kann man mit dem sogenannten Ventikulardruck schlagen. Hierbei wird das Produkt gleichzeitig gesichert und veredelt. Durch unterschiedliche Blickwinkel kann dieselbe Grafik zwei unterschiedliche Bilder zeigen. Ein weiteres Merkmal sind Druck- und Prägeelemente, die sowohl mit dem bloßen Auge erkannt, als auch mit den Händen fühlbar sind. Auch Wasserzeichen, wie zum Beispiel auf Geldscheinen oder Urkunden zählen zu Sicherheitsmerkmalen der Stufe eins. Zudem werden viele Geldscheine mit einer Effektfarbe bedruckt, die sich je nach Blickwinkel ändert. Damit ähneln die Geldscheine den Hologrammen, die jedoch nicht nur unterschiedliche Farben, sondern auch verschiedene Bilder zeigen. Für den Endverbraucher ebenfalls recht einfach zu erkennen sind sogenannte Sicherheitsfäden, die während der Papierherstellung über ein Rundsieb in das Papier eingebracht werden.

Die Hologramme sind im Sicherheitsdruck besonders hervorzuheben, da sie alle drei Sicherheitslevel abdecken. Die schillernden Bilder fallen oft auf Konzertkarten und Akkus in Handys auf. Wenn man sie genauer betrachtet erkennt man, dass sich auch hier bei unterschiedlichem Blickwinkel das Bild ändert. Zur Herstellung der Hologramme benötigt man speziellen Lack, der ein Muster auf den Bedruckstoff malt, anschließend feuert eine Elektronenkanone von unterhalb der Lackschicht in weißes Silikat, Kupfer, Chrom oder Aluminium. Die aufsteigenden Metalldämpfe setzen sich in dem Lack fest und erzeugen so das schimmernde Muster der Hologramme.

Unter Level zwei werden all diejenigen Maßnahmen genannt, die nur mit einem Prüfgerät getestet werden können. Dabei werden weniger die Endverbraucher als vielmehr der Handel, Zoll, etc. angesprochen. Die Sicherheitsmerkmale lassen sich individualisieren und werden nur von zertifizierten Herstellern hergestellt. Zu diesen Merkmalen zählen zum Beispiel UV-Farben, die nur unter UV-Licht erkennbar sind oder modifizierte Raster, die nicht aus Punkten oder Rechtecken bestehen, sondern beispielsweise aus Mikrobildern, die dem Bild angepasst werden.

Sicherheitsmerkmale des dritten Levels sind nahezu nicht fälschbar und benötigen spezielle Prüfgeräte, die in der Regel nur von Markeninhabern benutzt werden (können). Hierzu gehören Mikrofarbcodes. Die spezielle Zusammensetzung der Druckfarbe wird durch kleine Farbcodes noch mehr individualisiert. Außerdem können in Farben und Lacke integrierte Transponder gedruckt werden (RFID).

Da der Sicherheitsdruck ein hart umkämpfter Markt ist, war es für die Erstellung dieses Artikels sehr schwierig, an generelle Informationen über Druckverfahren und den Produktionsprozess zu kommen. Zumal es natürlich auch verständlich ist, dass die Hersteller sich nicht gerne während des Herstellungsprozesses über die Schulter blicken lassen,  denn die Sicherheit wird natürlich auch durch Geheimhaltung gewährleistet.

Laut der Webseite der Firma Giesecke & Devrient werden die Geldscheine, die sie herstellen im sogenannten Stichtiefdruckverfahren hergestellt. Die Kombination aus computergestützter Gravur- und Lasertechnologie garantiert, dass selbst feinste Strukturen in höchster Qualität umgesetzt werden. Das Druckverfahren Stichtiefdruck verspricht bei den gedruckten Geldscheinen einen satten, leuchtenden Farbauftrag, der sogar mit bloßen Händen fühlbar ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Druckindustrie einen großen Anteil daran hat, Produktfälschungen zu verhindern. Und das sowohl im Banknoten- als auch in sämtlichen anderen Bereichen, in denen Fälschungen den Wert des Originalproduktes senken können. Hierbei kann auf die Stärken der verschiedenen Druckverfahren gesetzt werden, doch der Vorreiter in Sachen Sicherheitsdruck, vor allem mit Sonderfarben und Haptik ist und bleibt der Tiefdruck, der Qualität und Sicherheit verspricht.

Quelle:

http://bit.ly/1iEn5Pg
http://bit.ly/1b4amkM
Prof. Dr. Martin Dreher, Skript zur  Vorlesung Druckverfahren